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Ohne Fehler gibt es keinen Lernprozess

Aktualisiert: 15. Juni 2020

Das Lernmodell von Donald Schön

Der amerikanische Philosoph und Professor Donald Schön (1983), der den Prozess des Lernens von Handlungen untersucht hat, hat ein Verlaufsmodell geprägt mit dessen Hilfe verstehen kann, wie das Handlungslernen vor sich geht.

Das Modell macht deutlich: Man lernt eine Handlung dadurch, dass man bestenfalls aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen einfach unbefangen zu handeln probiert, obwohl man es ja bis dato nicht kann. Das macht allerdings auch deutlich, dass dieses Lernen einen gewissen Mut erfordert, sich auf etwas Unbekanntes und Ungewisses einzulassen, und vom Lernenden verlangt, seine Vorerfahrungen zu abzurufen und seine Aufmerksamkeit zu mobilisieren.

Wenn die Situation der Handlung tatsächlich neu ist bzw. Neues enthält, reicht das Bekannte natürlich nicht aus, und wahrscheinlich geht der Versuch tatsächlich schief: Probleme, #Fehler, Störungen treten auf (treten sie nicht auf, wird also alles richtig gemacht wird, kann auch nichts gelernt werden, weil es offenbar nichts zu lernen gibt). Diese Störungen sind entscheidend, denn sie fordern den Lernenden auf, sich nun der Sache zuzuwenden, über sie nachzudenken, die Fehlerursache zu finden, sich ein anderes Bild von der Situation zu machen, eine Form von „Lösungshypothese“ abzuleiten und auf diesem

Hintergrund einen erneuten Handlungsversuch zu gestalten, es anders zu machen als vorher. Der Lernende beginnt, sich mit der Sache auseinander zu setzen,

sich oder anderen Fragen zu stellen, nach Antworten zu suchen, seine Grundannahmen infrage zu stellen, sie neu zu überdenken, Alternativen zu suchen.

Hier wird dann das Zusammenspiel von praktischer Erfahrung und Denkprozessen,

also kognitivem Bemühen deutlich, und jetzt kann es auch sinnvoll sein (muss es aber

nicht), auf externes Wissen zurückzugreifen.

Man kann allerdings beim Lernen nicht bei der neuen Deutung der Handlungssituation stehen bleiben, sondern man muss einen erneuten, nun entsprechend veränderten Handlungsversuch wagen; er hat den Stellenwert einer experimentellen Handlung, d.h. er ist verbunden mit einer vorsichtigen, tastenden „fragenden Haltung“.

Nun kommt ein ganz wesentlicher Schritt: Die Situation antwortet dem Lernenden

in der Handlung, mit der sich der Lernende auseinandersetzt, ist eine Eigenlogik enthalten, und diese ist es nun eigentlich, die ihn „belehrt“. Sie „sagt“ ihm, ob er zuvor richtig gedacht hat, ob der neue Ansatz richtig und sachgemäß war. Damit kann der Lernende seine Lösung überprüfen. Stellt er fest, dass sein Handeln nicht die Wirkungen hatte, die er sich vorgestellt hat, oder das neue nicht erwartete Probleme auftreten, beginnt der Prozess des der Neuorientierung von

vorne, „#Lernschleifen“ werden notwendig, bis das Ergebnis der praktischen Handlungsexperimente befriedigend ist.

Dann kann der Lernende offenbar richtig handeln, er beherrscht diesen Handlungszusammenhang und hat neues #Können erworben.

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